Hauberg

Arbeiten im Hauberg

Arbeiten im Hauberg

Im Siegerland entstand durch die Haubergsordnungen eine einzigartige Haubergswirtschaft. So wurde der Hauberg nicht nur zur Gewinnung von Brennholz oder Holzkohle genutzt. Zum Beispiel war er ein wichtiger Lieferant von Lohe für die heimischen Gerbereien.

Holzkohle wurde schon in der La-Tene Zeit zur Verhüttung benutzt. Im Mittelalter stieg der Eisenbedarf an und eine Regelung wurde benötigt um dem Raubbau einhalt zu gebieten. Dazu wurden verschiedene Haubergsordnungen erlassen. Am bekanntesten ist die sogenannte Güldene Jahnordnung von 1717. Darin wurden die Abstände festgelegt in denen das Holz geschlagen werden durfte. Die Zeiträume variierten dabei zwischen 16 und 20 Jahren. In Gosenbach betrug die Zeitspanne 16 Jahre. Diese Ordnung bestand bis 1890, danach verlängerte sich der Zeitraum auf 18 Jahre. Um 1Kg Holzkohle herzustellen ist etwa 3-4Kg Holz nötig. Um 1 Kg Roheisen herzistellen wurden in der LaTene Zeit etwa 27 Kg Holzkohle benötigt. So kann man sich leicht vorstellen, das man ohne eine Haubergsordnung nicht auskam. Im Mittelalter musste sogar Holzkohle importiert werden.

Wie war der Gosenbacher Hauberg strukturiert? 1717 gab es zwei Teile. Einer wurde vom Kloster Keppel verwaltet und der andere Teil genossenschaftlich bewirtschaftet wurde. Letzterer Hauberganteil entstand 1613 nach Verkauf des Wildenburger Hofes. Der Keppelsche Hauberg ging erst 1838 in Privatbesitz über. Das Haubergsholz wurde vor allem zur gewinnung von Holzkohle verwendet. Als 1853 die Gosenbacher Hütte auf Koks als Brennstoff umstieg, verlor diese Verwendung schnell an Bedeutung. Das führte dazu, dass immer mehr Anteilseigner ihren Besitz veräußerten.

Arbeiten im Hauberg

Arbeiten im Hauberg

 

Der Hauberg wurde in verschiedener Weise genutzt. So wechselten sich Wald-, Feld- und Weidewirtschaft ab. Diese Nutzung ist einzigartig für das Siegerland. Eine weitere Nutzung war die Gewinnung von Lohe, die in den Lohgerbereien zur Gerbung benutzt wurde. Noch heute kann man diese Tradition an Straßennahmen, wie zum Beispiel dem „Lohgraben“ in Siegen ablesen. In dieser Straße ist auch ein Wandbild an einem Haus zu sehen, das Gerber bei der Arbeit zeigt.
Wie wurde die Lohe gewonnen? Im Frühling wurde die Rinde junger Eichen mit dem Haubergsmesser von oben nach unten aufgeschnitten und oben bis auf etwa 3-5 Meter vom Stamm gelöst. Nachdem die Rinde gtrocknet war, wurde sie vom Stamm getrennt und zusammengebunden. Danach wurden die Bündel gewogen und an die Gerbereien verkauft. Die verbauchte Lohe wurde zum Schluss noch als sogenannter Lohekuchen als Brennmaterial genutzt

Nach der Holzernte wurde vom Boden sämtliches Gras entfernt und verbrannt. Die Asche wurde untergepflügt und Roggen oder Buchweizen gepflanzt. Nach der Ernte lag das Land 6 Jahre lang brach, damit die Triebe groß genug werden konnten um nicht vom Vieh gefressen zu werden. So konnte der Hauberg auch noch zur Viehwirtschaft benutzt werden.

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